Histologie – Basisarbeit für therapeutische Entscheidungen

Die genaue Diagnose und Klassifizierung einer Krankheit geht einer erfolgversprechenden Behandlung voraus. In der Histologie erkennt der Pathologe Art und Stadium einer Erkrankung anhand des ihm zur Verfügung stehenden Gewebematerials, das dem Patienten vorher meist operativ entfernt wurde.

Alle verbindlichen Tumordiagnosen werden von Pathologen gestellt

Die Pathologie in Hilden erreichen jährlich zirka 27.000 Gewebeproben von nahezu allen menschlichen Organen. Immer wenn Ärzte den Verdacht auf Tumorbildung haben oder bei einer Gewebeveränderung sichergehen wollen, werden Pathologen zu Rate gezogen. Unter anderem Hautärzte, Gynäkologen, Gastroenterologen und auch Zahnärzte senden Gewebeproben an unsere Pathologie. Entsprechen breit muss das medizinische Wissensspektrum eines Pathologen sein und entsprechend wenige dieser „Allround-Fachärzte“ gibt es in Deutschland.

Was macht der Pathologe?

Für eine histologische Untersuchung werden mikrometerdünne Gewebeschnitte angefertigt. Die Schnittpräparate werden gefärbt, codiert, in einer Datenbank erfasst und vor der mikroskopischen Untersuchung zunächst makroskopisch begutachtet. Der geschulte Blick des Pathologen kann eine Vielzahl von Erkrankungen an Gewebeveränderungen erkennen.

Er zieht aus seinen Beobachtungen Rückschlüsse auf Krankheitsverläufe, Ursachen und Entstehungsmechanismen.

Was passiert nach einem bösartigen Befund?

Bei bösartigen Befunden wird der Tumor nach dem international gültigem TNM-System klassifiziert. So werden zum Beispiel die anatomische Ausbreitung und die Stadien einheitlich zugeordnet. Aufgrund dieser Einteilung kann das Ergebnis der histologischen Untersuchung von allen an der Behandlung beteiligten Ärzten – zum Beispiel bei einer Krebserkrankung – schnell und sicher nachvollzogen werden

In einer Tumorkonferenz werden unter den Ärzten anhand der Klassifizierung die nächsten Schritte besprochen, um die anschließend Behandlung möglichst präzise, effektiv und damit erfolgreich zu machen.

Sind Pathologen auch Rechtsmediziner?

Obduktionen machen, entgegen der vorherrschenden Meinung, lediglich einen geringen Prozentsatz der Arbeit eines Pathologen aus. In Hilden stehen die zirka 15 Obduktionen in keiner Relation zu den über 27.000 Gewebeanalysen, die wir jährlich durchführen. In der Histologie ist der Arbeitsplatz des Pathologen das Mikroskop.

Wir sind in Hilden keine Rechtsmediziner. Die Obduktionen in unserer Pathologie haben keinen kriminellen Hintergrund, sondern dienen lediglich der Ursachenforschung bei einem natürlichen Tod. Meist geschieht dies im Auftrag der Hinterbliebenen.